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DING des Monats
Februar 2010:
Der Hochfrequenz-Strahlapparat "Energos"
Ein Kamm, ein Ohrenreiniger, ein Zahnspiegel aus Glas? Welch wunderliche Formen beinhaltet dieser edle, mit violettem Samt ausgeschlagene Koffer! Dazu ein Kasten mit Drehknopf und Kabel, der die Fantasie des Betrachters beflügelt…
Derartige Apparate für den Heimgebrauch entstanden in den 1920er Jahren im Zuge der zunehmenden Nutzung von Strom in den Haushalten. Kaum hatte der französische Physiker und Physiologe Jacques-Arsène d’Arsonval 1892 die Hochfrequenz-Ströme in die Medizin eingeführt, geriet die Elektrotherapie zur Modeerscheinung und zum Allheilmittel. Mithilfe des Generators, der an das normale Leitungsnetz angeschlossen wurde, konnten hochfrequente Wechselströme von 10 bis 20 Kilohertz erzeugt werden. Mit den unterschiedlich geformten Elektroden, die man auf den Griff aufsteckte, behandelte man alles von Rheuma über Diabetes und Zahnschmerzen bis hin zu Hühneraugen.
Da Hochfrequenz-Strahlapparate aufgrund ihrer elektromechanischen Funktionsweise Störungen des Rundfunkbetriebs im Umkreis von mehreren hundert Metern verursachten, wurde ihre Herstellung und Verwendung nach dem Zweiten Weltkrieg verboten. Mittlerweile haben Medizin und Kosmetik die Hochfrequenztherapie jedoch wiederentdeckt und nutzen im Prinzip dasselbe Verfahren in modifizierter Form.
Ding des Monats - Archiv
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